Infoplattform für Brandschutz

Aktuell

Was kommt mit den BSV 2026 auf Planer:innen und Architekt:innen zu? Wir planen ein Schulgebäude nach dem präskriptiven Nachweisverfahren und geben unsere Erfahrungen im Umgang mit den BSV 2026 weiter.

Präskriptiv, leistungsbasiert oder risikobasiert?

Die BSV 2026 sehen drei Nachweisverfahren vor: präskriptiv, leistungsbasiert und risikobasiert. Die drei Konzepte unterscheiden sich im Vorgehen, im Aufwand und in der planerischen Freiheit. Architekt:innen und Planer:innen sind frei in der Wahl des Verfahrens. Doch welches eignet sich in welchem Fall? Was wählen wir für unser Schulgebäude? 

Präskriptiver Nachweis – nach dem Regelwerk

Für dieses Verfahren geben die Brandschutzvorschriften klare Vorgaben, z.B. zu Fluchtweglängen und -breiten, gefordertem Feuerwiderstand oder Anforderungen an Baustoffe und Bauteile.

Dieses Nachweisverfahren eignet sich für überschaubare Bauvorhaben und damit für rund 80 % der Gebäude. Beispiele sind Wohngebäude, Schulhäuser oder Bürogebäude ohne spezielle Risiken. Der Planungsaufwand ist relativ gering, die geforderten Brandschutzmassnahmen sind in den BSV 2026 klar definiert.

Leistungsbasierter Nachweis – alternative Lösungen

Anstatt die Vorgaben des präskriptiven Nachweises exakt einzuhalten, kann nachgewiesen werden, dass die Schutzziele auch mit alternativen Lösungen erreicht werden. So wird z.B. simuliert oder berechnet, dass die Personen auch mit der alternativen Auslegung der Fluchtwege rechtzeitig fliehen können oder dass die Rauchentwicklung in einem Raum begrenzt ist. 

Dieses Nachweisverfahren lässt Planer:innen und Architekt:innen mehr Freiheit, ist aber aufwendiger als der präskriptive Nachweis und erfordert eine Fachplanung Brandschutz.

Risikobasierter Nachweis – für komplexe Bauvorhaben

Bei diesem Verfahren wird das Brandrisiko quantitativ bewertet. Dabei wird berechnet, wie wahrscheinlich bestimmte Brandereignisse sind, welche Schäden drohen oder welche Massnahmen das Risiko reduzieren.

Dieser Weg ermöglicht massgeschneiderte Lösungen, ist aber aufwendig. Brandschutzingenieure führen zahlreiche Berechnungen und Simulationen durch. Sinn macht dieses Nachweisverfahren bei komplexen Gebäuden oder Anlagen, die ein hohes Brandrisiko bergen.

 

Lesen Sie auch das Fachthema «Risikobasierter Brandschutz». Dort sind die Unterschiede zwischen leistungs- und risikobasiertem Ansatz anschaulich erklärt.

 

► Unser Schulgebäude ist ein überschaubares Bauvorhaben. Wir wählen das präskriptive Nachweisverfahren.

Und auch bei der Weiterentwicklung der Infoplattform werden wir weiterhin auf überschaubare Bauvorhaben fokussieren und deshalb das präskriptive Nachweisverfahren abbilden.

Newsletter

Mit dem Newsletter informieren wir Sie über Neues auf Heureka.

Zudem finden Sie Hinweise auf Veranstaltungen oder Weiterbildungen und Tipps, wie Sie Heureka noch besser nutzen.

AI4Fire auf dem Prüfstand

Mit dem KI-Tool der GVB lässt sich der Brandschutznachweis für überschaubare Bauvorhaben einfach erstellen.

Wir haben nachgefragt: Martina Schwarz von Enerconom erzählt im Interview, welche Erfahrungen sie mit AI4Fire gemacht hat und wem sie das Tool weiterempfiehlt.

zum Interview

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Möchten Sie zwei- bis dreimal pro Jahr über Neues auf Heureka informiert werden?
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Um diese Inhalte zu sehen, müssen Sie sich anmelden.

Klicken Sie dazu auf das Schloss. Falls Sie kein Login haben, können Sie sich kostenlos registrieren. Ihre Daten werden nicht weitergegeben.